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Hinter dieser Mauer ereignete sich am heutigen Nachmittag eine Geiselnahme, die durch Vollzugskräfte schnell beendet werden konnte.

Geiselnahme in der JVA Geldern

In der Alltagsroutine eines Vollzugsbediensteten nimmt das, was sich heute in der JVA Geldern zugetragen hat, keinen wesentlichen Raum ein. Anders k√∂nnte man diesen Beruf gar nicht aus√ľben. F√ľr einen 51j√§hrigen Kollegen wurde das bislang nur theoretisch Aufbereitete praktische Realit√§t. Am heutigen Nachmittag hat ein 31j√§hriger Gefangener den Kollegen auf einem Innenhof der Vollzugseinrichtung Geldern als Geisel genommen.

Dem beherzten Zugreifen von herbeigeeilten Kollegen ist es zu verdanken, dass die Sicherheitsstörung noch vor dem Eintreffen der alarmierten Polizeikräfte beendet werden konnte.

Nachdem die Einsatzleitung der Anstalt Kenntnis davon hatte, dass der Inhaftierte unseren Kollegen massiv mit einem Messer bedrohte, erfolgte gegen 16.00 Uhr die Alarmierung der Polizei. Die Einsatzf√ľhrung der Polizei zog zahlreiche Einsatzmittel und Spezialeinheiten zusammen, um die Lage in der Vollzugseinrichtung m√∂glichst zeitnah zu beenden.

Noch vor dem Eintreffen dieser Polizeikr√§fte konnte der T√§ter gegen 17.15 Uhr durch den entschlossenen Zugriff von mehreren Kollegen √ľberw√§ltigt und entwaffnet werden. Hierbei zogen sich zwei Kollegen, darunter die Geisel, und der Geiselnehmer leichte Schnittverletzungen zu, die vor Ort ambulant √§rztlich versorgt wurden. Die den Zugriff ausf√ľhrenden Kollegen nutzten einen Augenblick der Unaufmerksamkeit des Geiselnehmers, um ihn handlungsunf√§hig zu machen.

Bei dem Geiselnehmer handelt es sich um einen 31j√§hrigen T√ľrken, der gegenw√§rtig eine Freiheitsstrafe wegen versuchten Totschlags und gef√§hrlicher K√∂rperverletzung zu verb√ľ√üen hat. Die Polizei hat eine Ermittlungskommission eingerichtet und ist mit der Betreuung des Opfers befasst.

Die besondere Sicherheitsstörung konnte schnell und fast unblutig durch Kräfte des Vollzuges beendet werden, bevor die Lage eskalierte. Das Ereignis hat allerdings schlaglichtartig deutlich gemacht, dass die Arbeit im Vollzug eine gefahrengeneigte Tätigkeit ist, die von den Kolleginnen und Kollegen große Aufmerksamkeit und professionelle Distanz verlangt.

BSBD-Chef Ulrich Biermann zeigte sich in einer ersten Stellungnahme √§u√üerst erfreut √ľber den glimpflichen Ausgang der Geiselnahme. Den verletzten Kollegen w√ľnschte er schnelle und komplikationsfreie Genesung. ‚ÄěDie Vollzugsfamilie ist in Gedanken bei Ihnen, weil ein Ereignis wie das heute erlebte nicht spurlos vor√ľbergeht. Wer w√ľsste das besser als wir Bedienstete des Strafvollzuges‚Äú, dr√ľckte der Gewerkschafter die Anteilnahme der Kolleginnen und Kollegen aus.

Friedhelm Sanker

Foto im Beitrag © Justiz NRW