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Markus Dahlbeck (li.) und Peter Brock (2. von re.) ehrten die Jubilare durch Aushändigung von ehrenurkunden und -nadeln. Weiter im Bild von links: Martin König, Ernst Welk, Horst Elbert, Manfred Claus, Friedhelm Stein, Albert Schwattenbrock, Klaus Stephan, Peter Brock und Ralf Rißmann.

Ortsverband Bochum: Möglichkeiten der Belastungsreduzierung erörtert

Im M√§rz 2018 veranstaltete der Ortsverband Bochum seine Jahreshauptversammlung. In seiner Eigenschaft als Ortsverbandsvorsitzender konnte Markus Dahlbeck den Landesvorsitzenden Peter Brock sowie 30 Mitglieder. Speziell die Bochumer Vollzugseinrichtung weist derzeit Rahmenbedingungen f√ľr die konkrete Vollzugsgestaltung auf, die f√ľr die Kolleginnen und Kollegen √ľberaus belastend sind und keinesfalls zu einem ‚ÄěNormalzustand‚Äú werden d√ľrfen.

Deshalb muss nach Auffassungen von Markus Dahlbeck dringen nach effektiven Entlastungsmöglichkeiten gesucht werden, die kurz- und mittelfristig greifen.

Als Beleg f√ľr schwierige Personalsituation, in der sich der JVA Bochum derzeit befindet, verwies Markus Dahlbeck darauf, dass zum Stichtag 31.12.2017 bereits wieder 27.512 Mehrarbeitsstunden aufgelaufen seien, obwohl man Ende des vergangenen Jahres im gr√∂√üeren Umfang Stunden finanziell abgegolten habe. Noch be√§ngstigender sei die Lage beim Erholungsurlaub. Allein bei der Bochumer Einrichtung seien 4.429 Tage in das Jahr 2018 √ľbertragen worden. Allein f√ľr den Abbau dieser beiden personalbindenden Positionen sei der Einsatz von 31 Bediensteten erforderlich, stellte der Gewerkschafter klar. Und weil die Erfahrung zeige, dass durch Freizeit oder finanziell ausgeglichene Mehrarbeitsstunden stets neu entstehen, muss von einer dauerhaften Personall√ľcke in vergleichbarer Gr√∂√üenordnung ausgegangen werden.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stand die Ehrung langj√§hriger Mitglieder auf der Tagesordnung. Landesvorsitzender Peter Brock und Ortsverbandsvorsitzender Markus Dahlbeck zeichneten die Jubilare (siehe Tabelle unten) mit Ehrenurkunde und -nadel des BSBD aus. Die beiden Mandatstr√§ger w√ľrdigten besonders die Verl√§sslichkeit und Treue der Jubilare und stellten fest, dass besonders Berufsgruppenminderheit wie im Strafvollzug auf einen hohen Organisationsgrad angewiesen seien, um ihre Interessen wirkungsvoll vertreten zu kommen. Daneben bed√ľrfe es noch einer Organisation ‚Äď wie der Gewerkschaft Strafvollzug ‚Äď wo ihre Anliegen nicht anderen Berufsgruppen nachgeordnet w√ľrden. ‚ÄěIhr‚Äú, so Markus Dahlbeck, ‚Äěhabt mit Eurer Treue zum BSBD den J√ľngeren ein Beispiel gegeben, dass sich Beharrlichkeit letztlich auszahlt. Wo st√ľnden wir heute, wenn es nicht engagierte Gewerkschafter wie Euch gegeben h√§tte?

BSBD-Chef Peter Brock referierte anschlie√üend √ľber die aktuelle Gewerkschaftsarbeit auf Landesebene. Er machte deutlich, dass die √úberbelegung im geschlossenen Erwachsenenvollzug mittlerweile die Regel sei. Bochum habe es allerdings besonders hart getroffen. Hier h√§tten bereits Freizeitr√§ume zu Haftr√§umen umgewidmet werden m√ľssen, um zus√§tzliche Notgemeinschaften bilden zu k√∂nnen. Das durch das Strafvollzugsgesetz vorgegebene Prinzip der Einzelunterbringung k√∂nne nur noch bei entsprechendem Wohlwollen der Gefangenen eingehalten werden, die vermehrt die Zusammenlegung beantragten.

Daneben habe sich die untergebrachte Klientel weiter unter negativen Vorzeichen ver√§ndert. Aggressionen n√§hmen zu, Beleidigungen seien an der Tagesordnung, k√∂rperliche Auseinandersetzungen mit Mitgefangenen und Sachbesch√§digungen h√§tten ein inakzeptables Ausma√ü erreicht. Es m√ľsse auch bedenklich stimmen, dass die Autorit√§t von Kolleginnen nicht unausgesetzt respektiert werde. Hier gelte es, so Peter Brock, den Anf√§ngen zu wehren, weil sonst der Personalbedarf exorbitant ansteigen werde. ‚ÄěIn Bochum sind in den zur√ľckliegenden zw√∂lf Monaten allein sieben Kollegen durch k√∂rperliche √úbergriffe von Gefangenen verletzt worden. Dies ist nicht l√§nger hinnehmbar. Erfreulicherweise hat die schwarz-gelbe Landesregierung zwischenzeitlich nicht nur ihre Unterst√ľtzung zugesichert, sondern mit dem Haushalt 2018 tats√§chlich weit mehr als 200 zus√§tzliche Stellen f√ľr den Strafvollzug geschaffen. Wir m√ľssen jetzt alles daransetzen, damit diese Stellen schnell besetzt werden k√∂nnen. Nur so l√§sst sich eine sp√ľrbare Verbesserung der derzeitigen √úberlastung des Personal erreichen‚Äú, stellte der Gewerkschafter fest.

 

Ehrung f√ľr langj√§hrige Gewerkschaftszugeh√∂rigkeit

Albert

Schwattenbrock

   

50 Jahre

Klaus

Stephan

   

50 Jahre

Manfred

Claus

 

40 Jahre

 

Horst

Elbert

 

40 Jahre

 

Ralf

Rißmann

 

40 Jahre

 

Friedhelm

Stein

 

40 Jahre

 

Martin

König

25 Jahre

   

Ernst

Welk

25 Jahre