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AK AVD: Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter den Bedingungen des Schichtdienstes

Arbeitskreis tagte¬†in der JAA D√ľsseldorf

Nach kurzer Begr√ľ√üung wurde √ľber die aktuelle Situation in der JAA D√ľsseldorf diskutiert. Hintergrund ist der R√ľcktritt von einigen Personalratsmitgliedern, u.a. auch der R√ľcktritt des Kollegen Schmitter. Hier wurden Alternativen zum Umgang mit der eingetretenen Situation entwickelt, die sicherstellen sollen, dass die Interessen der Kolleginnen und Kollegen auch k√ľnftig angemessen vertreten werden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Das Thema wurde anschlie√üend sehr intensiv besprochen. Vorab ist beiden Mitgliedern des Arbeitskreises AVD wichtig klarzustellen, dass bei den √úberlegungen zum Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" die Bed√ľrfnisse des Dienstablaufs etwas st√§rker zur√ľcktreten m√ľssen gegen√ľber den Bed√ľrfnissen von Familien und Alleinerziehenden. Die Arbeitsgruppe sieht die Chance, verkrustete Strukturen aufzubrechen und zu √ľberdenken, um auch unter den Bedingungen des Schichtdienstes notwendige Ver√§nderungen in den Blick zu nehmen. Familie, Frauen und werdende Eltern sollten mehr Beachtung und Wertsch√§tzung erfahren. Es sollte normal sein, dass der Vollzug bei den Dienstabl√§ufen R√ľcksicht genommen und diese Sonderbehandlung nicht als Privileg diskreditiert wird.

Zu diesem Themenschwerpunkt wurden folgende Vorschläge entwickelt:

  • Vorhandene Einrichtungen der Kinderbetreuung in der N√§he von Vollzugseinrichtungen sollten genutzt werden. Kooperationen mit Kinderg√§rten, Kindertagesst√§tten und √Ąhnliches sind anzustreben. Zusammen mit diesen Einrichtungen sollten Angebote speziell f√ľr die Betreuung der Kinder von Schichtdienstleistenden geschaffen werden. Seitens des Justizvollzuges m√ľsste allerdings die Bereitschaft bestehen, diese Angebote auch finanziell zu unterst√ľtzen.
  • Keine Gegenschicht bei Ehepartnern und Lebensgemeinschaften mit Kindern. Hier sollten immer die Bed√ľrfnisse der Familie bei der dienstlichen Einteilung ber√ľcksichtigt werden.
  • Ausweitung der M√∂glichkeit von Teilzeitbesch√§ftigungen. Hier sollten mehr Angebote zur Verf√ľgung gestellt werden.
  • Familienfreundliche Schichten (z.B. Zwischenschichten, angepasste Tagesschichten etc.) sollten verst√§rkt angeboten werden, um die Betroffenen das Nebeneinander von Kindererziehung und Beruf zu erm√∂glichen.
  • Eine interne Betreuungsb√∂rse k√∂nnte sich als hilfreich erweisen. Es gibt in vielen Einrichtungen (z.B. Krankenh√§usern) bereits Kolleginnen und Kollegen, in denen diese selber oder der jeweilige Lebenspartner eine Art Tagesbetreuung √ľbernehmen. Gleichsam als Nebeneffekt w√ľrde auch der Zusammenhalt der Belegschaft gest√§rkt, so dass eine positive Wirkung auf die allt√§gliche Zusammenarbeit erwartet werden darf.
  • Mehr Flexibilit√§t bei Diensten zu besonderen Zeiten (Weihnachten, Ostern, etc.). Hier sollten Familien durchaus vorrangig bei der Freizeitgew√§hrung ber√ľcksichtigt werden.
  • Organisieren von besonderen Festen (z.B. Sommerfest als Familienfest in Anstaltsn√§he, Tag der offenen T√ľr etc.). Hintergrund ist auch hier die F√∂rderung des Zusammenhalts und die Er√∂ffnung der M√∂glichkeit, den Kindern etwas √ľber den beruflichen Alltag von Vater und Mutter zu vermitteln.
  • Unterst√ľtzung w√§hrend der Schwangerschaft, w√§hrend der Phase der Geburt und danach. Mit der Kollegin sind T√§tigkeits- und Aufgabenfelder zu besprechen, die auch w√§hrend der Schwangerschaft wahrgenommen werden k√∂nnen. Hier sollten so wenig Tabus wie m√∂glich aufgerichtet werden. Auch berufsfremde Verwendungen sollten ins Auge gefasst werden (z.B. Kollegin aus dem AVD in der Verwaltung einsetzen).
    Der Hintergrund ist hier, die Kollegin f√∂rderlich zu begleiten, um ihr ein Gef√ľhl der Zugeh√∂rigkeit zu vermitteln. Offensive und transparente Beratung rund um die Schwangerschaft/Geburt (Erziehungszeiten, Erziehungsurlaub, Antr√§ge, etc.) ist zu organisieren. Dadurch soll die M√∂glichkeit geschaffen werden, Vorurteile abzubauen. Auch Frauen im Vollzug k√∂nnen eben schwanger werden. In diesem Fall ist R√ľcksichtnahme kein Privileg, sondern der Normalzustand, den die Frauen erwarten d√ľrfen.
  • Auch muss gegen√ľber dem JM vehement gefordert werden, dass auch die Zeiten von u.a. Schwangerschaften personell durch befristete Einstellungen von Besch√§ftigten ausgeglichen werden m√ľssen. Der Personalausgleich darf nicht erst nach der Niederkunft und den Mutterschutzfristen einsetzen. Hier sollten geeignete Besch√§ftigungsfelder mit der werdenden Mutter unter Ber√ľcksichtigung der geltenden Vorschriften in einem entspannten Klima er√∂rtert werden k√∂nnen. Der angenehme Nebeneffekt w√§re hier, dass durch diese Vorausplanung schon Besch√§ftigte in der allt√§glichen Arbeit erprobt werden k√∂nnten, was bei der Befriedigung der Ersatzbedarfs f√ľr ausscheidende Kolleginnen und Kollegen Ber√ľcksichtigung finden k√∂nnte.

Uns ist klar, dass die Überlegungen nicht abschließend sein können und sollen.

Zur Vorausplanung f√ľr das Jahr 2015 werden die Tagungstermine 02.02.2015 und 04.05.2015 festgesetzt, wobei die √Ėrtlichkeiten noch bekannt gegeben werden. Die weitere Terminplanung erfolgt dann nach dem Gewerkschaftstag durch die neugew√§hlten Arbeitskreismitglieder.


R. Jentjens
Protokollf√ľhrer