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Schutzmasken: Es zeichnet sich eine Lösung ab!

In etlichen Vollzugseinrichtungen hakt es bei der Ausstattung mit Atemschutzmasken. BSBD-Chef Ulrich Biermann hat diesen Missstand zum Anlass genommen, die Misere bei Justizminister Peter Biesenbach (CDU) in einem pers√∂nlichen Gespr√§ch zu beanstanden. Gerade in der gegenw√§rtigen Situation, so Biermann, sei der Vollzug auf die Verf√ľgbarkeit aller Kr√§fte angewiesen.

Daher sei es geboten, diesen Kolleginnen und Kollegen den bestm√∂glichen passiven Schutz zur Verf√ľgung zu stellen. Der Minister zeigte sich sichtlich √ľberrascht. Ein solcher Mangel sei bislang nicht an ihn herangetragen worden. Er werde um schnellstm√∂gliche Behebung desselben bem√ľht sein.

Der Minister hält offensichtlich Wort!

Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass eine L√∂sung f√ľr die bisherigen Unzul√§nglichkeiten entwickelt worden sei. Mit dem Ministerium f√ľr Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) sei vereinbart worden, die nordrhein-westf√§lischen Vollzugseinrichtungen bedarfsgerecht mit FFP2-Masken auszustatten.

Das MAGS verf√ľge √ľber f√ľnf Zwischenlager im Land, von denen aus die Vollzugseinrichtungen k√ľnftig beliefert werden sollten. Noch √ľber die Weihnachtsfeiertage, so der Minister, werde die Unterrichtung der Vollzugseinrichtungen erfolgen, damit die Ausstattung des Vollzuges unverz√ľglich entsprechend dem aktuellen Bedarf vorgenommen werden k√∂nne.

BSBD-Chef Ulrich Biermann bedankte sich f√ľr die schnelle Intervention des Ministers und gab der Hoffnung Ausdruck, ihn k√ľnftig nicht mehr mit Problemen behelligen zu m√ľssen, die bei einer vorausschauenden und vorsorgenden Verwaltungspraxis gar nicht auftreten sollten.

Das Fehlen von geeigneten Schutzmasken ist keine Lappalie

Derzeit k√∂nnen nicht alle Kolleginnen und Kollegen in ausreichendem Umfang √ľber FFP2-Masken verf√ľgen. Nachfragen bei Vorgesetzten wurden schon mal mit dem Hinweis abgeb√ľgelt, man solle selbst f√ľr eine Ausstattung sorgen. Folglich hat sich eine Lage eingestellt, dass Gefangene mit FFP2-Masken ausgestattet werden, vielen Bediensteten jedoch maximal medizinische Gesichtsmasken zur Verf√ľgung stehen.

Einmal ganz abgesehen davon, dass ein solches Vorgehen weder Wertsch√§tzung noch Respekt f√ľr die Arbeit im Dienst der Sicherheit unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringt, ist diese Praxis auch noch kurzsichtig, weil sie ein erh√∂htes Infektionsrisiko in Kauf nimmt. Dabei werden wir angesichts steigender Infektionszahlen darauf angewiesen sein, dass Infektionsrisiko f√ľr die Kolleginnen und Kollegen zu minimieren, wenn die Funktionsf√§higkeit der Vollzugseinrichtungen dauerhaft gew√§hrleistet werden soll.

Die Mund-Nasen-Bedeckung und die medizinischen Gesichtsmasken sch√ľtzen Gefangene und andere Menschen im Nahbereich vor Tr√∂pfchen, die die Maskentr√§ger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgeben. Diese Masken verringern die Geschwindigkeit und Distanz, mit der kleinste Fl√ľssigkeitsteilchen, sogenannte Aerosole, sich nach vorn ausbreiten. Den Tr√§ger selbst sch√ľtzen diese Masken nur vor gr√∂√üeren Tr√∂pfchen. Sie bieten folglich nicht jenen Schutz, der im Vollzug zwingend gefordert werden muss.

Atemschutzmasken haben eine bessere und weitreichendere Wirksamkeit. Sie sch√ľtzen den Tr√§ger vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft, wenn die R√§nder dicht am Gesicht anliegen.

Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 (Filtering Face Piece) notwendig. Dabei ist auf eine CE-Kennung und eine vierstellige Zahl f√ľr die zugelassenen Pr√ľfstellen zu achten. Nur mit dieser Kennzeichnung hat man die sichere Gew√§hr, dass sie den erwarteten Schutz bieten.

Medizinische Gesichts- und FFP2-Masken sollen in der Regel nicht wiederverwendet werden. Manche Experten sehen kein Problem, Masken im privaten Bereich länger zu nutzen. Allerdings bestehe das Risiko, dass sich Bakterien in den Masken ansiedeln. Daher sollten sie in diesem Fall mit UV-Licht bestrahlt oder ersetzt werden.

K√ľnftig sollte die Verf√ľgbarkeit von FFP2-Masken nach den unter den Ministerien getroffenen Absprachen kein Problem mehr sein. Schlie√ülich haben sich die Beschaffungskosten zwischenzeitlich wieder auf ein Normalma√ü eingependelt, nachdem die Masken keine Mangelware mehr sind. Der Gro√ühandelspreis f√ľr FFP2-Masken liegt gegenw√§rtig bei 0,60 ‚ā¨.

Friedhelm Sanker

Symbolfoto: zigres/stock.adobe.com